Das Bundeskriminalamt hat koordinierte Durchsuchungen in Büros der Deutschen Bank durchgeführt. Die Aktion rückte das Finanzzentrum Frankfurts erneut in den Fokus. Ermittler haben Standorte in Frankfurt und Berlin im Rahmen eines Geldwäsche-Verfahrens durchsucht. Die Maßnahme wirft neue Fragen zum Thema Compliance bei einem der größten Kreditinstitute Europas auf.
Durchsuchungen richten sich auf Meldepflichten
Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ordnete die Durchsuchungen an und schickte rund dreißig Beamte zur Zentrale der Bank. Auch ein zweiter Standort in Berlin wurde überprüft. Die Behörden prüfen nun, ob die internen Kontrollsysteme der Bank wie vorgeschrieben funktioniert haben. Im Mittelpunkt stehen dabei jüngste komplexe Geschäfte mit ausländischen Partnern.
Im Zentrum der Ermittlungen stehen bisher nicht öffentlich genannte Führungskräfte und Mitarbeitende. Die Ermittler wollen wissen, ob auffällige Transaktionen schnell genug gemeldet wurden. Laut deutschem Gesetz müssen Banken verdächtige Geldflüsse sofort weitermelden – bei Verstößen drohen Bußgelder und aufsichtsrechtliche Maßnahmen unter strenger staatlicher Kontrolle.
Die Deutsche Bank hat die Durchsuchungen bestätigt und erklärt, dass sie vollständig kooperiere. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt gab wenige Einzelheiten bekannt und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Die Aktion kommt kurz vor der Bekanntgabe der Jahreszahlen der Bank, bei der starke Gewinne für Investoren und die Märkte in Europa erwartet werden.
Kontinuierliche Überwachung im Bankenviertel
Die aktuellen Durchsuchungen erinnern an frühere Fälle, die mit der Präsenz der Deutschen Bank im Frankfurter Bankenviertel in Verbindung stehen. Die Finanzaufsicht überwacht internationale Kapitalströme in diesem Bereich besonders genau. 2022 führten verspätete Meldungen verdächtiger Aktivitäten bereits zu Sanktionen. Damals entbrannte erneut eine Debatte über Anti-Geldwäsche-Systeme bei Großbanken.
Im selben Jahr prüften die Behörden auch die Vermögensverwaltung der Bank wegen Vorwürfen des Greenwashings. Eine weitere Untersuchung befasste sich später mit möglichen Steuervergehen. Jede einzelne Ermittlung erhöhte den Druck auf das Management. Die Führung sollte stärkere Kontrolle und klarere Berichtsstrukturen bei internationalen Geschäften und komplexen Geschäftsfeldern nachweisen.
Frühere Fälle reichen noch weiter zurück. 2018 durchsuchten Hunderte von Beamten die Frankfurter Zentrale wegen Versäumnissen bei der Meldung von Offshore-Geschäften. Zu Strafverfahren kam es nicht. Allerdings verhängten die Behörden eine erhebliche Geldstrafe. Diese Strafe machte erneut Schwächen in der Compliance-Kultur von Großbanken unter verstärkter öffentlicher Kontrolle sichtbar.